Schloss Wolfsburg zählt zu den ältesten und kulturhistorisch bedeutsamsten Bauwerken der jungen Stadt Wolfsburg und ist seit 1945 ihr Namensgeber. Die 1302 erstmals urkundlich erwähnte wehrhafte Anlage erfuhr während des Mittelalters und der Renaissance und zuletzt im Jahr 1840 zahlreiche Erweiterungen und Umgestaltungen und gilt architekturhistorisch als ein Baudenkmal der norddeutschen Renaissance. Bauherr war die Familie von Bartensleben. Nach dem Ende ihrer Linie 1742 ging Schloss Wolfsburg an die Grafen von der Schulenburg über, die im Zuge der Errichtung des Volkswagenwerkes zum Verkauf gedrängt wurden und es 1942 verließen. Die wechselvolle Geschichte und Bestimmung von Schloss Wolfsburg – so diente es beispielsweise Ende der 1940er Jahre auch als erste Heimstatt für Flüchtlinge – ist bis in die Gegenwart an vielen Stellen des Baus abzulesen und spürbar.

Die Baugestalt, wie sie sich uns heute darstellt, besteht aus einem vierseitigen massiven Bau, der einen Innenhof umschließt. Die vier Gebäudeflügel sind nach den Himmelsrichtungen benannt und die Städtische Galerie Wolfsburg ist im Ostflügel sowie im Süd- und Westflügel mit Ausstellungsflächen angesiedelt, während sich die Verwaltungsräume im Nordflügel über dem Haupteingang befinden. Die Druckwerkstatt und die Gästeetage sind ebenfalls im Nordflügel untergebracht. Depots und Lagerräume verteilen sich auf verschiedene Einheiten in allen Flügeln. Für die museale Nutzung wurde innenarchitektonisch – unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes – eine entsprechende Infrastruktur eingebaut. Seit 2002 sind alle Schauräume der Städtischen Galerie Wolfsburg barrierefrei zugänglich. Der sowohl hinsichtlich der architektonischen Bedingungen als auch durch seine historisch-inhaltliche Bedeutung stets dominante Bau von Schloss Wolfsburg stellt bei der Organisation des Ausstellungsbetriebs und der Sammlungsbetreuung eine Herausforderung dar, die immer wieder von Neuem gemeistert werden muss und innovative Strategien fordert. Es ist unser Ziel, nicht nur Lösungen zu finden, die die teilweise konträren Anforderungen berücksichtigen und zusammenführen, vielmehr sollen sich die Gegensätze aufheben und in einen anregenden Dialog treten.

Schloss Wolfsburg liegt außerhalb des Stadtzentrums in dem Ortsteil Alt-Wolfsburg und ist von einem historischen Garten und einem Landschaftspark umgeben. Die Anlage stellt ein attraktives Ausflugsziel dar und ist ein beliebter Ort der Rekreation. Das Nutzungskonzept für Schloss Wolfsburg hatte das programmatische Ziel gesetzt, die Anlage nicht nur als eine historische Sehenswürdigkeit mit den Repräsentationsräumen der Stadt zu bewahren, sondern ein kulturelles Zentrum zu etablieren, das von vielen Institutionen bespielt wird. Neben der Städtischen Galerie Wolfsburg sind hier mit Angeboten präsent: das Stadtmuseum Schloss Wolfsburg, der Kunstverein Wolfsburg, das Institut Heidersberger, das Kulturwerk, das Italienische Kulturinstitut sowie eine Gastronomie in den Schlossremisen. So treffen im Schloss Wolfsburg Heimatgeschichte, Kunstgeschichte, zeitgenössische Kunst, Theater und Musik aufeinander und gehen eine gegenseitig anregende und lebendige Verbindung ein.