Der Mittelpunkt unserer Arbeit und die Energiequelle für alle Aktivitäten der Städtischen Galerie Wolfsburg ist die Sammlung. Das Programm entwickelt sich aus den Zielen und Inhalten der Sammlung heraus und kann nachhaltig auf die Sammlung zurückwirken. In der jungen Stadt Wolfsburg kommt der seit Anfang der 1950er Jahre durch kontinuierliche Ankäufe zusammengetragenen städtischen Kunstsammlung eine identitätsstiftende Rolle zu.
Die Sammlung konzentriert sich auf Kunst aus dem deutschsprachigen Raum nach 1945. In dem Bereich der Medien Grafik, Multiple, Fotografie und Video wird darüber hinaus international gesammelt, sodass Wechselwirkungen im internationalen Kontext erfahrbar sind. Seit Beginn der Sammeltätigkeit werden neue Ausdrucksformen integriert, alle Medien der Gegenwartskunst stehen im Sammlungsbestand gleichberechtigt nebeneinander. Die Sammlung besitzt durch den Verzicht auf ein enzyklopädisch breites Sammeln ein eigenes, unverwechselbares Profil, das eine Verpflichtung darstellt und in den Gründungsstatuten schriftlich vereinbart wurde.
Mit herausragenden Werken ist die Sammlung in der Lage, wichtige künstlerische Tendenzen der deutschen Kunst vorzustellen und ästhetische Traditionen sowie Verbindlichkeiten der Gegenwartskunst aufzuzeigen. Ein lineares Verfolgen der Entwicklung steht allerdings nicht im Vordergrund der Sammlungspolitik, vielmehr ist es das Ziel, neue, zeitgenössische Positionen aufzuspüren, die größtenteils noch nicht etabliert sind, aber eine künstlerisch eigenständige Bildsprache entwickelt haben. Die Ankäufe erfolgen in den meisten Fällen im Jahr des Entstehens und in der Regel jenseits des jeweilig vorherrschenden Mainstreams. So zeichnet sich die Sammlung durch eine bemerkenswerte Individualität des Bestands aus und ist in der Region einzigartig.
Zahlreiche Arbeiten der Sammlung wurden im Rahmen kontextbezogener und prozessualer Projekte für die Räume der Städtischen Galerie Wolfsburg im Schloss Wolfsburg produziert. Aufbauend auf der langjährigen Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern werden in-situ-Arbeiten beauftragt und als kollektive Produktionen, in die das Publikum eingebunden ist, entwickelt, um dann in die Sammlung einzufließen.
Die spezifische Zusammenstellung von Werken, die als ästhetische Erfahrung ein Ganzes bildet, sowie das Angebot der Sammlung zu einem vertieften Sehen und zur aktiven Teilnahme ermöglichen in der Städtischen Galerie Wolfsburg einen lebensnahen und produktiven Umgang mit zeitgenössischer Kunst.