Die Städtische Galerie Wolfsburg hält eine Reihe von Einrichtungen vor, die in den Bereichen Bildung und Dienstleistung, aber auch bei der Künstlerförderung weitere Akzente setzen.
So wird eine Fachbibliothek zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts betrieben, deren Präsenzbestand der wissenschaftlichen Arbeit im Museum dient, aber auch für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung steht. Die Bibliothek begleitet unsere Sammlungsaktivitäten und stellt aufgrund ihrer inhaltlichen Spezialisierung ein in Wolfsburg einmaliges Angebot dar. Schwerpunkt des ca. 40.000 mediale Einheiten umfassenden Bestandes sind Künstlermonografien und es gilt, die Bibliothek nicht nur kontinuierlich auszubauen, sondern auch systematisch weiter zu erschließen. Daneben werden Informationen, Abbildungen und Zeugnisse von Wolfsburger Künstlerinnen und Künstlern gesammelt und archiviert mit dem Ziel, ein Künstlerarchiv der Wolfsburger Kunstszene zu errichten. Ein Kabinett für Grafik und neue Medien, in dem den Besucherinnen und Besuchern Werke gezeigt werden können, die aktuell nicht in der Dauerausstellung zu sehen sind, befindet sich im Aufbau. Im Sinne des Bildungsauftrags agiert die Städtische Galerie als ein Informations- und Kompetenzzentrum für zeitgenössische Kunst.
Der Besuch in der Städtischen Galerie Wolfsburg soll für unsere Besucherinnen und Besucher ein positives Erlebnis sein, daher ist der Dienstleistungsbereich ein wichtiges Anliegen. In Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern wurden kommunikative Treffpunkte, wie die Espressobar, der Empfang oder Sitzgelegenheiten eingerichtet, die als Kunstwerke von Bedeutung sind, aber gleichzeitig benutzt werden können.
Ein wichtiges Instrument der Künstlerförderung aber auch der Bildungsarbeit ist die Druckwerkstatt. In unmittelbarer Nachbarschaft zu den Ausstellungen der Städtischen Galerie Wolfsburg haben Künstlerinnen und Künstler die Möglichkeit an ihrem druckgrafischen Œuvre zu arbeiten. Wir sind uns bewusst, dass die künstlerischen Medien in der Gegenwartskunst einer permanenten Befragung unterzogen sind, daher steht die Druckwerkstatt zukünftig neben den traditionellen grafischen Techniken auch für die neuen Medien (Fotografie, Video, Sound) zur Verfügung. Ziel ist die Einrichtung projektgebundener Stipendien für junge Nachwuchskünstler. Die Druckwerkstatt stellt ein Alleinstellungsmerkmal der Städtischen Galerie dar und wird vom Publikum als attraktives Angebot geschätzt, sie ist ein lebendiger Ort des kulturellen Austauschs zwischen Kunstschaffenden und der Bevölkerung.
Der Städtischen Galerie Wolfsburg fällt traditionell die Aufgabe zu, den Kunstpreis der Stadt Wolfsburg „Junge Stadt sieht Junge Kunst“ im dreijährigen Rhythmus durchzuführen. Der Preis wurde 1959 ins Leben gerufen und stellt einen Fixpunkt im kulturellen Leben der Stadt dar. Nach den Grundsätzen der Preisverleihung wird der Preis an Künstlerinnen und Künstler verliehen, die „mit ihrem bisherigen Werk überregionale Aufmerksamkeit und einen entsprechenden Bekanntheitsgrad erlangt haben und mit diesem Preis in ihrer künstlerischen Arbeit gefördert werden sollen“. In den letzten Jahren wurden u.a. Thomas Schütte, Katharina Fritsch, Olaf Nicolai, Bernhard Martin, Bettina Pousttchi und Julius von Bismarck ausgezeichnet. Die mit der Preisverleihung verbundene Ausstellung in der Städtischen Galerie Wolfsburg sowie die Publikation ermöglichen dem Publikum eine eingehendere Beschäftigung mit dem Werk des Preisträgers und betonen den Fördercharakter.