Die Einrichtung der Städtischen Galerie Wolfsburg folgte dem Wunsch, in der jungen von der Industrie geprägten Stadt Wolfsburg eine städtische Kunstsammlung als „Ort permanenter geistiger Auseinandersetzung“ zu etablieren. Die ersten Kunstankäufe reichen zurück in die Zeit des Stadtaufbaus in den 1950er Jahren. Richtungsweisende kulturelle Akzente setzten damals die großen bedeutenden Kunstausstellungen des Volkswagenwerks, die hochrangige europäische Kunst in Wolfsburg vorstellten. Anfang der 1960er Jahre fasste der Rat der Stadt Wolfsburg den Beschluss, eine Sammlung zur Gegenwartskunst zusammenzutragen mit dem Ziel diese dauerhaft auszustellen. Karl Heil, Dr. Volkmar Köhler und Dr. Peter Lufft sind die Verfasser des Sammlungskonzepts, das seit 1961 verbindlich die Leitlinien definiert und Grundlage einer systematischen, wissenschaftlich fundierten Sammeltätigkeit darstellt. Rat und Verwaltung entschieden sich auf Anraten der Sachverständigen mutig gegen eine Kollektion alter Kunst, vielmehr sollte der Sammlungsbestand die Dynamik der modernen Stadt Wolfsburg aufgreifen und sich der Gegenwart mit Ihren Problemen stellen.

Die zeitgenössische Sammlung fand ihre Heimat und Ausstellungsfläche in der historischen Architektur von Schloss Wolfsburg, das die Stadt im Jahre 1961 vom Land Niedersachsen erworben hatte. Am 20. Oktober 1974 wurde die Städtische Galerie Wolfsburg in den beiden Etagen des Ostflügels feierlich eröffnet. Mit der Bezeichnung „Galerie“ nahm man bewusst Bezug auf die Widmung der Institution für die Präsentation aktueller künstlerischer Positionen. Zur Eröffnungsausstellung wurde von dem damaligen Leiter Klaus Hoffmann der erste Bestandskatalog mit den Erwerbungen bis 1974 vorgelegt. Neben der Sammlungsbetreuung zählt von Beginn an die Organisation von Sonderausstellungen zum Auftrag der Städtischen Galerie Wolfsburg. Eine besondere Aufgabe stellt die Unterhaltung der Druckwerkstatt dar, die zusammen mit Gästeräumen schon in den sechziger Jahren im Schloss Wolfsburg etabliert wurde. Bis 1997 war der Leiter der Städtischen Galerie in Personalunion Geschäftsführer des ebenfalls im Schloss Wolfsburg ansässigen Kunstvereins. Eine entscheidende Erweiterung erfuhr die Städtische Galerie Wolfsburg durch die Sanierung des Südflügels, der 1990 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Zum 700-jährigen Jubiläum von Schloss Wolfsburg im Jahr 2002 erfolgte die Wiederherstellung und denkmalgerechte Restaurierung zweier weiterer Etagen im Westflügel. Hier wird heute in wechselnden Zusammenstellungen der umfangreiche Sammlungsbestand der Städtischen Galerie Wolfsburg als Dauerausstellung gezeigt. Wie stolz die Bürgerinnen und Bürger auf „ihre“ Sammlung sind, belegen sowohl die regelmäßig wiederkehrenden Besucherinnen und Besucher als auch die positiven Einträge ins Gästebuch. Es ist gelungen, eine breite Öffentlichkeit mit ihrem Interesse und ihrer Sympathie an die Städtische Galerie Wolfsburg und Schloss Wolfsburg zu binden, und es ist unser Ziel diese emotionale Verbundenheit noch weiter zu vertiefen.