Jenny Michel „Spiderwebs“ in den Kaminen im Westflügel von Schloss Wolfsburg
In der Anfang des Jahres begonnen Ausstellungsreihe „Schlossgeist“, die die alten Kamine im Westflügel von Schloss Wolfsburg mit zeitgenössischer Kunst bespielt, sind Arbeiten von Jenny Michel zu sehen. Dabei gehen die künstlerischen Arbeiten und die Architektur des Schlosses einen interessanten Dialog ein.
Zart wie einzelne Spinngewebe durchzieht Jenny Michels Arbeit „Spiderwebs“ die beiden Kamine im Westflügel von Schloss Wolfsburg. Unterschiedliche Gebäudegrundrisse, unter anderem der Wolfsburg selbst, Pläne von Parkanlagen sowie Gärten – wie dem Barockgarten neben dem Schloss – und Konstruktionszeichnungen kopierte Jenny Michel mittels einem Transferdruckverfahren, und bearbeitete sie anschließend zu Cut-Outs, sodass sich mit den Ausschnitten feine, durchscheinende Gewebe in neuen Strukturen in die verrußten Kamine legen, die einerseits an organische Gespinste erinnern und doch auch als Linienstrukturen von Grundrissen und Konstruktionszeichnungen erkennbar sind. Dabei werden bei genauer Betrachtung immer mehr Details und Strukturen wahrnehmbar, die unterschiedliche Assoziationen wecken können. Ein Spiel mit Nähe und Distanz ist dabei nicht nur in der Betrachtung und Wirkung der Arbeit angelegt, sondern verändert auch die Perspektive des verwendeten Materials, das schematisch unter anderem die Räume widerspiegelt, in denen es selbst verortet ist.
Die Künstlerin ist auch mit der Arbeit „Fallen Gardens #3: The Wolfsburg Tapes“ in der Gruppenausstellung „CASTLE DIS-PLAY“ vertreten.
Jenny Michel, geboren 1975 in Worms, lebt und arbeitet in Berlin.
