In seinem Projekt „Silver Tower“ hat der Fotograf Matthias Hoch (geb. 1958 in Radebeul, lebt in Leipzig) von 2009 bis 2011 ein legendäres Gebäude in Frankfurt am Main in einer Zeit des Umbruchs dokumentiert.
1978 als repräsentativer Unternehmenssitz und Konzernzentrale der Dresdner Bank eröffnet und mit 166 Metern damals das höchste Gebäude Deutschlands, unterlag es ab 2008 und im Verlauf der Bankenkrise einer Umnutzung.
Nach der Übernahme durch die Commerzbank im Jahr 2009 wurde die Zentrale der Dresdner Bank nicht mehr benötigt, das Gebäude wurde geräumt.
Matthias Hoch erläutert seinen Ansatz: „In dieser Phase begann ich die visuelle Erforschung des Leerstandes. Ich war auf der Suche nach Zeichen und Hinterlassenschaften einer Ära, nach der Biografie dieses Ortes. Die verlassenen Räume sollten der Kamera die Spuren ihrer Nutzung preisgeben: Narben, Abdrücke, Schichtungen.“
Der Künstler geht somit nicht nur hinterlassenen Spuren nach, auch die verblassenden Spuren dieses vergangenen Wahrzeichens, das über Jahrzehnte die Idee des grenzenlosen Wachstums und Fortschrittes verkörperte, werden in den Fotografien zu einem Dokument der Zeitgeschichte.
Zur Ausstellung ist ein Katalog mit allen 45 Arbeiten der Serie „Silver Tower“ erschienen und Texten von Harald Kunde, Andreas Maier, Markus Weisbeck.
Hg. v. Harald Kunde, Museum Kurhaus Kleve,
ISBN 978-3-944669-01-4, Leipzig: Spector Books, 2013. Deutsch/Englisch.
Während der Ausstellung gibt es den Katalog zum Sonderpreis von 25 €, danach 34 € (signiert 40 €).
