Anlässlich des 60. Geburtstags der Fotokünstlerin Jitka Hanzlová präsentieren die Städtische Galerie Wolfsburg und das Museum für Photographie Braunschweig eine zweiteilige Überblicksschau mit Werken seit 1990. Die beiden Ausstellungen beschäftigen sich mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten und zeigen bekannte Werke der verschiedenen Serien und die bisher noch nicht präsentierte Filmarbeit Rokytník.
Jitka Hanzlová (*1958 in Nachod, Tschechoslowakei) kam 1982 nach Essen und studierte dort ab 1987 Fotografie. Neben anderen Auszeichnungen erhielt sie den Otto-Steinert-Preis und den BMW-Paris Photo Prize. Ihre Arbeiten wurden u.a. in den Deichtorhallen Hamburg, im Museum Folkwang Essen, im Fotomuseum Winterthur und im Stedelijk Museum Amsterdam gezeigt. Hanzlovás Bücher sind zu begehrten Sammlerstücken avanciert.
Die Fotoarbeiten der Künstlerin bestechen gleichermaßen durch Sachlichkeit und Einfühlsamkeit. Ihre Komposition wirkt stets ausgefeilt und trotzdem zufällig, die Farbtöne sind eher zart und zerbrechlich, und doch verleihen sie dem Dargestellten eine greifbare Materialität.
Seit ihren frühen Arbeiten, die Anfang der 1990er Jahre entstanden sind, spielt im Werk von Jitka Hanzlová die Frage nach Identität, Momente des Autobiografischen und Erinnerung eine wichtige Rolle. Konstant verfolgt sie das Thema der Beziehung zwischen dem Individuum und seinem Lebensraum und erforscht gleichzeitig die Art und Weise, wie Heimat und Umgebung die Identität formen. Sie schafft so ein Werk von beeindruckender Wahrhaftigkeit und Poesie.
Jitka Hanzlová:
„Wir koexistieren mit unserer Vergangenheit und Erinnerung. Im Exil zu leben bedeutet, die Erinnerung, die eigene Sprache beiseite zu legen und nur auf einem Bein zu leben – das Gleichgewicht verlierend, aus der Zukunft alle Hoffnung schöpfend.“
Die Präsentation in der Städtischen Galerie Wolfsburg konzentriert sich auf die Serien „Female“, „Brixton“, „Horse“ und „There Is Something I Don‘ t Know“, in der Hanzlová sich von Renaissanceportraits hat inspirieren lassen.
Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt mit dem Museum für Photographie in Braunschweig und soll eine Brücke in der Region schlagen. Durch Veranstaltungen wie beispielsweise eine Führung zusammen mit der Künstlerin zunächst in Braunschweig und dann in Wolfsburg via Shuttle wird eine vielschichtige Verbindung geschaffen.
Die Ausstellung wird mit einem umfangreichen Vermittlungsprogramm begleitet.
Mit freundlicher Unterstützung des Lüneburgischen Landschaftsverbandes.
Am 5. Oktober 2018 um 19 Uhr findet die Eröffnungsveranstaltung im Museum für Photografie in Braunschweig mit der Künstlerin und den Kuratorinnen statt:
[www.photomuseum.de] [1]
[1]:http://www.photomuseum.de/
Zur Ausstellung erscheinen zwei Sondereditionen aus den Serien „Horse“ und „Vanitas“ und die Monografie VANITAS bei Koenig Books London.
