In Jan-Ole Schiemanns Werk verschwimmen die Grenzen zwischen abstrakter und figurativer Malerei auf interessante Weise. Rigorose malerische Gesten bringen Elemente aus Cartoons mit Bildmitteln des Comics und des Drip-Paintings zusammen. Strukturen, Logos, Topographien, Graffiti und alltägliche Texturen werden zu einem komplexen Gewebe überlagert, das sowohl die Oberfläche betont wie auch in die Tiefe zieht. Obwohl seine Bild-Kompositionen vorbereitet und geplant sind, behält sich der Künstler in der Umsetzung immer auch ein Moment der Spontaneität, um mit rhythmischen und melodischen Elementen die Komposition zu finalisieren.
Für die Installation in der Kunst-Station hat sich Jan-Ole Schiemann mit der Situation in einem Bahnhof auseinandergesetzt. Hier wartet man auf die bevorstehende Bahnfahrt oder erwartet ankommende Personen. Manches Mal können aber auch eine Störung oder ein Zwischenfall Grund für das Warten sein. Die Situation wird – abhängig von den jeweiligen Begleitumständen – als positiv oder negativ empfunden. Dieses Gefühl greift der Wechsel der Formen auf, der das positive Bild auf der einen Wand im Negativ auf der gegenüberliegenden Wand spiegelt. Schiemanns Installation entzieht sich einer schnellen Betrachtung und lädt ein, immer wieder weitere Bildelemente zu entdecken. Sein Vorschlag für die Wartenden ist das Positive im Negativen zu sehen.
Jan-Ole Schiemann wurde 1983 in Kiel geboren, er war Meisterschüler bei Andreas Schulze an der Akademie in Düsseldorf und lebt in Köln.
