Steckbrief

HP Zimmer (1936 bis 1992) lebte in Braunschweig und war dort seit 1982 bis zu seinem frühen Tod 1992 Professor an der Hochschule der Bildenden Künste. Das außerordentliche Werk von HP Zimmer ist seit Anfang der 1990er Jahre selten gezeigt worden – und wenn dann meist in Zusammenhang mit der Gruppe SPUR. Die Ausstellung ist die erste museale Präsentation seit über 20 Jahren.

Schon während seines Studiums in München hatte HP Zimmer gemeinsam mit Heimrad Prem, Lothar Fischer und Helmut Sturm die Künstlergruppe SPUR gegründet. Mit ihren Bildern und Schriften arbeiten sie gegen die in den 1950er Jahren vorherrschende informelle Kunst mit ihrer Abstraktheit und Nichtfigürlichkeit, gegen die gängigen Moral- und Wertvorstellungen, gegen Politik und Kultur. Es entstehen expressive, farbintensive figurative Malereien sowie provozierende Zeitschriften und Pamphlete. „Die abstrakte Malerei ist ein hundertfach abgelutschter Kaugummi, der unter der Tischkante klebt“, ist im Novembermanifest der Gruppe SPUR von 1958 zu lesen.

Frühe Bilder HP Zimmers zeichnen sich durch große Farbintensität und Dichte aus. Absurde groteske Figuren verflechten sich zu einem lebhaften Spektakel. Nach 1968 zeigt sich die farbliche Lyrik seiner Arbeiten wieder. Die scheinbar naive Formensprache seiner fröhlichen, oft nackten, obszönen, freien Figuren erzählt Geschichten, die viel Platz für eigene Assoziationen lassen.

Die Ausstellung wird kuratiert von Christine Heidemann (freie Kuratorin, Berlin) und in Zusammenarbeit mit dem SPUR Archiv, Berlin.

Mit großzügiger Förderung durch den Lüneburgischen Landschaftsverband und den Verein jugend in der galerie e.V..

Zeitraum: 29.11.2014 – 29.03.2015

Künstler*innen: HP Zimmer